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Klimaresiliente Anbauverfahren zur Risikooptimierung

Inhalt: Anpassungsstrategien

Permanente Bodenbedeckung

Die Vermeidung von Offenböden ist eine zentrale Strategie zum Schutz vor Erosion und zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit. Durch die Ausweitung des Winterzwischenfruchtanbaus – beispielsweise mit Aqua Pro vor Silomais anstatt Senf – bleibt der Boden ganzjährig bedeckt. Auch der Sommerzwischenfruchtanbau wird erweitert: Aqua Pro kommt vor Winterweizen oder Wintergerste zum Einsatz, Phacelia vor Raps, Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen und Triticale. Ergänzend tragen Mischfruchtanbau, Untersaaten sowie innovative Verfahren wie Strip-Till-Streifensaat bei Silomais, Engsaatverfahren und Mulchsaat zum dauerhaften Bodenschutz bei.

Humusaufbau in Ackerböden

Der Aufbau von Humus verbessert die Bodenfruchtbarkeit, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit und trägt zur CO₂-Bindung bei. Erreicht wird dies durch den Anbau mehrjähriger Kulturen, die Anwendung von Mulch sowie Mulchsaat ohne Glyphosat. Diese Maßnahmen fördern das Bodenleben und steigern die organische Substanz im Boden nachhaltig.

Reduzierte, bodenschonende Bodenbearbeitung

Durch den Verzicht auf den Pflug und nicht-wendende Grundbodenbearbeitung wird die Bodenstruktur geschont und das Bodenleben gefördert. Der Umbruch der Zwischenfrucht vor Mais erfolgt durch Mulchen in Kombination mit dem Flügelschargrubber. Die Saatbettbereitung und Aussaat erfolgen mit Kombigeräten oder im Direktsaatverfahren – die Aussaat zu Silomais findet zu 100 % pfluglos statt. Auch beim Stoppelsturz kommt das Strip-Till-Verfahren zum Einsatz.

Ersatz und Kompensation von Glyphosat

Um den Einsatz von Glyphosat zu reduzieren oder zu ersetzen, werden mechanische und physische Verfahren zur Beikrautregulierung eingesetzt. Es wird auf Vorsaat- und Stoppelanwendungen verzichtet. Stattdessen kommen Schlegeln und Mulchen der Zwischenfrüchte als Alternative zum Einsatz.

Reduktion von Treibhausgas-Emissionen

Die Verminderung von CO₂-, Methan- und Lachgasemissionen erfolgt durch mehrere Maßnahmen: einen reduzierten und bedarfsgerechten Einsatz von Stickstoffdünger – in roten Gebieten wird der ermittelte N-Düngerbedarf um 20 % reduziert – sowie einen verminderten Einsatz mineralischen Düngers. Die Vermeidung unbegrünter, brachliegender Böden trägt ebenso zur Emissionsminderung bei wie emissionsarme Gülletechnik, etwa Gülleunterfußdüngung oder Injektionsverfahren. Zugleich unterstützt der Humusaufbau in Ackerböden die langfristige CO₂-Speicherung.

Förderung des Bodenlebens und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit

Ein höherer Anteil organischer Düngemittel – mindestens 20 % bei allen Kulturen – fördert das Bodenleben und die Fruchtbarkeit. Die Ausweitung mehrjähriger Fruchtarten wie Kleegras, der Zwischenfruchtanbau, Mischfruchtanbau und Untersaaten tragen ebenfalls dazu bei. Organische Düngung schont das Bodenleben, während Strip-Till, reduzierte Bodenbearbeitung oder Direktsaat, Strohverbleib und die Anwendung von Mulch die Bodenstruktur erhalten und verbessern.

Wassernutzungseffizienz

Die Reduzierung von Wasserverlusten wird durch verschiedene Ansätze erreicht: Permanente Bodenbedeckung und dichte Bestände vermindern die Verdunstung, ebenso wie reduzierte Bodenbearbeitung. Der Oberflächenabfluss wird durch verbesserte Bodeninfiltration mittels reduzierter Bodenbearbeitung und Mulchsaat verringert. Die Versickerung wird durch die Erhöhung des Humusgehaltes mittels organischer Düngung sowie durch Zwischenfrüchte und Gründüngung gesteigert.

Die Verbesserung der Wassernutzung durch Kulturpflanzen erfolgt durch gezielte Fruchtfolgegestaltung: Tiefwurzler wie Lupine und Luzerne nutzen den Wurzelraum optimal aus. Lupine wird mit einem Anteil von 10–12,5 % auf Kosten von Winterroggen oder Wintergerste angebaut, Luzerne mit 12–14 % im dreijährigen Anbau auf Kosten von Winterweizen und Wintergerste. Auch Zwischenfrüchte tragen zur besseren Ausnutzung des Wurzelraums bei. Weitere Maßnahmen umfassen ganzjährige Bodenbedeckung, den Ersatz von Sommerungen durch Winterungen, den Einsatz von Zwischenfrüchten und Pflanzenmulch sowie die Auswahl geeigneter Kulturpflanzen: C4-Pflanzen, Sortengemische, Populationen und gezielte Sortenwahl.

Diversifizierung im Ackerbau

Die Erweiterung der Fruchtfolgen erfolgt durch mehrjährige Fruchtarten, dikotyle Sommerungen – insbesondere Leguminosen –, den Anbau von Soja sowie neue Biomassekulturen. Innerhalb der bestehenden Fruchtarten wird die Vielfalt durch den Anbau von Sortengemischen, Mischfruchtanbau, Untersaaten und Streifenanbau erhöht. Diese Diversifizierung stärkt die Resilienz der landwirtschaftlichen Systeme gegenüber Klimaveränderungen.