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Klimaresiliente Anbauverfahren zur Risikooptimierung

Fokusregionen

Landwirtschaftliche Vielfalt in drei Regionen

Die Landwirtschaft in Deutschland ist geprägt von regionalen Unterschieden in Klima, Boden und Betriebsstrukturen. Während im Norden Futterbaubetriebe auf Geestböden dominieren, prägen im Osten großflächige Gemischtbetriebe das Bild. Der Südwesten zeichnet sich durch kleinere Marktfruchtbetriebe mit hohem Dauerkulturenanteil aus.

Die nachfolgende Karte zeigt die drei Regionen Nord, Ost und Südwest mit ihren jeweiligen Gebietssteckbriefen. Jede Region steht vor spezifischen klimatischen Herausforderungen – von langen Nassphasen über Trockenheit bis hin zu Starkregen – und unterscheidet sich deutlich in Betriebsgröße, Flächenausstattung und Bewirtschaftungsform. Wählen Sie eine Region aus, um detaillierte Informationen zu den lokalen Besonderheiten zu erhalten.

Karte der Fokusregionen
Nord Süd-West Ost

Fokusregionen

Klicken Sie auf eine Fokusregion für detaillierte Informationen

Demoversuche in den Fokusregionen

Region Nord

Nord 1: Innovativer Maisanbau

Vergleich von Mulchsaat und Dammsaat von Silomais nach Grünroggen mit und ohne Bodenaktivator

Nach einer Zwischenfrucht mit Grünroggen wird Silomais als Hauptkultur angebaut. Der Versuch vergleicht das Mulchsaatverfahren mit dem Dammsaatverfahren bei überwiegend organischer Düngung. Zusätzlich kommt ein Bodenaktivator der Firma Natural Growths WTZ GmbH zum Einsatz.

Ziel: Untersuchung der Effekte unterschiedlicher Saatverfahren in Kombination mit organischer Düngung und Bodenaktivator auf Ertrag, Bodenstruktur sowie die klimaresiliente Bewirtschaftung von Silomaisbeständen.

Hypothesen:

  • Dammsaat ermöglicht schnellere Bodenerwärmung, besseres Abtrocknen sowie verbessertes Wurzelwachstum und Jugendentwicklung
  • Der Bodenaktivator fördert das Bodenmikrobiom, stärkt das Wasserspeicherpotenzial und schützt den Bestand besser vor Wetterextremen
  • Überwiegend organische Düngung mit direkter Einarbeitung vermindert den CO₂-Fußabdruck
  • Verzicht auf Glyphosat nach Grünroggen vor Mais ist durch ganzflächige flache Bodenbearbeitung möglich

Varianten:

  • V1: Mulchsaat, nur gegrubbert (ca. 20 cm)
  • V2: Mulchsaat tiefengelockert (ca. 40 cm)
  • V3: Dammsaat tiefengelockert (ca. 40 cm + ca. 20 cm Damm)
  • V4: Dammsaat tiefengelockert (ca. 40 cm + ca. 20 cm Damm) + Bodenaktivator

Nord 2: Phosphat-reduzierter Maisanbau

Mit und ohne Kiserit nach Zwischenfrucht Grünroggen

Silomais wird nach einer Zwischenfrucht mit Grünroggen angebaut. Die Strategie setzt auf ganzjährige Bodenbedeckung durch den Grünroggen als Vorfrucht. Zur Nährstoffversorgung wird Gülle, vermischt mit Kieserit, ausgebracht und mit einer Scheibenegge flach eingearbeitet. Auf mineralischen Stickstoff- und Phosphor-Volldünger wird verzichtet. Stattdessen wird der Struvit-Effekt genutzt: Struvit hält den Stickstoff länger in der Ammoniumform und schützt ihn vor zu schneller Nitrifikation sowie möglichen Auswaschungsverlusten, während die Nährstoffe vollständig pflanzenverfügbar bleiben.

Ziel: Prüfung, ob die Kombination „Gülle + Kieserit (Struvit-Effekt)" eine mineralische N/P-Unterfußdüngung beim Silomais nach Grünroggen ersetzen kann – ohne Ertrags- oder Qualitätsverluste und mit besserer Stickstoffeffizienz.

Hypothesen:

  • Durch die Nutzung des Struvit-Effektes beim Einmischen von Kieserit direkt bei Gülleausbringung ist eine mineralische Unterfußdüngung nicht notwendig
  • Organische Düngung mit Kieserit steigert die Düngeeffizienz, vermindert den CO₂-Fußabdruck und stärkt den Gewässerschutz
  • Humusaufbau und Bodenerosionsschutz durch Zwischenfrucht

Varianten:

  • V1: Betriebsüblich Gülle eingearbeitet + mineralische Unterfußdüngung (NP 20/12)
  • V2: 100 % Gülledüngung ohne Kieserit, reduziertes N-Niveau
  • V3: 100 % Gülledüngung mit Kieserit → Struvit-Effekt, reduziertes N-Niveau
  • V4: Gülledüngung mit Kieserit + KAS auf betriebsübliches Niveau → Struvit-Effekt

Nord 3: Zwischenfrucht-Versuch

Unterschiedliche Zwischenfrucht-Mischungen und/oder Aussaatverfahren nach Getreide

Der Silomaisanbau steht im Zusammenhang mit einer gezielten Nutzung von Zwischenfrüchten und bodenschonenden Verfahren. Die Maßnahmen setzen auf ganzjährige Bodenbedeckung, wodurch der Boden effektiv vor Erosion geschützt wird. Die Stickstoffbindung durch die Zwischenfrucht ermöglicht eine Reduktion der Düngergaben. Der Mais wird im Direktsaatverfahren unter Anwendung des Strip-Till-Verfahrens angebaut, wodurch Bodenbearbeitung reduziert und die Bodenstruktur geschont wird. Für die Zwischenfrucht werden standortangepasste Mischungen eingesetzt, darunter die V-Max® Futter- und Biomassemischungen (Lundsgaarder Gemenge). Darüber hinaus wird die Drohnen-Aussaat von Zwischenfrüchten als innovative Methode geprüft.

Ziel: Prüfung, wie sich der Silomaisanbau in Kombination mit Zwischenfrüchten, reduzierter Bodenbearbeitung (Strip-Till, Direktsaat) und innovativen Aussaatmethoden (z. B. Drohne) auf einen klimaresilienten, ressourcenschonenden und zugleich ertragssicheren Silomaisanbau auswirkt.

Hypothesen:

  • Ausgewogene Kombination aus Stickstoffmehrern und -zehrern wirkt sich positiv auf Pflanzenwachstum und Bodenleben aus
  • Sehr gute Wurzelbildung, welche aktiv zur Humusbildung und CO₂-Speicherung beiträgt
  • Humusaufbau und verbesserte Wasserspeicherung sowie Erosionschutz durch Begrünung

Varianten:

  • 2025: Winterroggen mit Zwischenfrucht
  • 2026: Mais mit Strip-Till-Verfahren

Region Südwest

Südwest 1: Mais in Direktsaat

Im Vergleich zur betriebsüblichen Variante nach Zwischenfrucht mit Erosionsschutzstreifen

Der Silomaisanbau wird mit einem gezielten Zwischenfruchtmanagement und reduzierten Betriebsmittelgaben kombiniert. Im Sommer 2024 wurde vor dem Mais eine Zwischenfruchtmischung (DSV Saatgut, Mais Pro 50) mit sehr gutem Aufwuchs etabliert. Im Maisbestand erfolgt lediglich ein einmaliger Herbizideinsatz. Die Düngung basiert überwiegend auf organischen Quellen – Kompost und Biogasgärresten – ergänzt durch mineralische Dünger. Die Gesamtdüngung ist auf maximal 160 kg Gesamtstickstoff begrenzt.

Bei der Bodenbearbeitung werden zwei Verfahren verglichen: die betriebsübliche Variante mit zweimaligem Einsatz der Scheibenegge zur Einarbeitung der Gärreste und anschließender Maissaat sowie eine Direktsaatvariante, bei der die Fläche lediglich gewalzt oder gemulcht und anschließend der Mais eingesät wird. Ergänzend werden Erosionsschutzstreifen in Form von Wintergerste angelegt.

Ziel: Untersuchung der Wirkung reduzierter Bodenbearbeitung und organisch geprägter Düngungsstrategien auf Ertrag, Bodenfruchtbarkeit und Erosionsschutz im Silomaisanbau.

Hypothesen:

  • Durch Integration von Erosionsschutzstreifen Vermeidung von Wassererosion und Bodenabtrag
  • Direktsaat ermöglicht weniger Erosion und stabilisiert Erträge bei höherer Stabilität trotz Extremwetterereignissen (Starkregen)

Varianten:

  • V1: Betriebsüblich – zweimal Scheibenegge zur Einarbeitung der Gärreste und anschließende Saat des Maises
  • V2: Direktsaatvariante – nur gemulcht mit anschließender Einsaat

Südwest 2: Zwischenfrüchte vor Soja

Vergleich von Direktsaat und Drohnenaussaat, reduzierter organischer Stickstoff-Düngung und Balkenmäher zur Beipflanzenbekämpfung

In diesem Versuch werden unterschiedliche Zwischenfruchtmischungen mit variierender Saattechnik getestet. Die Vorfrucht Winterweizen wird mit Biogasgärsubstrat gedüngt, wobei die Gesamtstickstoffgabe auf maximal 100 kg Stickstoff begrenzt ist. Ergänzend erfolgt eine Bodenanalyse nach dem McKinsey-Verfahren.

Die Zwischenfrüchte werden sowohl per Drohne als auch im Direktsaatverfahren ausgebracht, um die Praxistauglichkeit beider Methoden zu vergleichen. Dabei kommen auch regionale Zwischenfruchtmischungen zum Einsatz. Zusätzlich werden verschiedene Verfahren erprobt: Drohne, Direktsaattechnik sowie ein Balkenmäher.

Ziel: Prüfung des Einflusses verschiedener Zwischenfruchtmischungen und Saatverfahren (Direktsaat vs. Drohnensaat) auf den nachfolgenden Sojaanbau bei reduzierter Stickstoffdüngung und praxisnaher Beikrautbekämpfung (Balkenmäher). Durch gezieltes Abmähen der Zwischenfrüchte im Herbst sollen phytosanitäre Vorteile genutzt werden, die die Pflanzengesundheit fördern und den Krankheitsdruck senken.

Hypothesen:

  • Mehr zeitliche Flexibilität durch Zwischenfrucht mit Drohnensaat nach Winterweizen
  • Bessere Entwicklung der Zwischenfrucht in der Direktsaat nach Winterweizen
  • Zwischenfrucht bringt Vorteile für den darauffolgenden Sojaanbau
  • Durch Einsatz des Balkenmähers zum Abmähen der Zwischenfrucht und Beipflanzen im Herbst entstehen phytosanitäre Vorteile

Varianten:

  • V1–2: Drohnenaussaat mit 2 verschiedenen Zwischenfrüchten
  • V3–4: Direktaussaat mit 2 verschiedenen Zwischenfrüchten, Müthing Cover Seeder (Mulcher)
  • V5: Mulchsaat, gemulcht und Grubber 10–12 cm + Einsaat

Zeitplan:

  • 2025: Testen verschiedener Zwischenfrüchte vor Soja
  • 2026: Sojaanbau nach verschiedenen Zwischenfrüchten

Südwest 3: Verzicht auf Herbizide im Winterweizen

Alternative Beikrautkontrolle durch mechanisches Striegeln und Kleeuntersaat

Der Weizenanbau wird ohne den Einsatz von Herbiziden durchgeführt. Statt chemischer Regulation kommen alternative Maßnahmen zur Beikrautkontrolle zum Einsatz: mechanisches Striegeln und der Anbau von Kleeuntersaat zur Unterdrückung von Beikräutern. Zusätzlich wird die Stickstoffdüngung reduziert, um den Ressourceneinsatz zu minimieren und die Effizienz zu erhöhen.

Ziel: Optimierung des Weizenanbaus unter Verzicht auf Herbizide durch alternative Verfahren zur Beikrautkontrolle (mechanisches Striegeln, Kleeuntersaat) bei gleichzeitiger Minimierung des Ressourceneinsatzes und Steigerung der Nährstoffeffizienz durch reduzierte Stickstoffdüngung.

Hypothesen:

  • Mechanische Wildpflanzenregulierung bietet Alternativen zur chemischen Pflanzenschutz und sichert Erträge
  • Reduzierte Düngung und Verzicht auf Pflanzenschutz können als Umweltleistungen gezielt vermarktet werden
  • Reduzierter Betriebsmitteleinsatz bei gleichem Ertrag stärkt Klimaresilienz
  • Begleitpflanzen erhöhen die Biodiversität

Varianten:

  • V1: Anbau von Kleeuntersaat als Stützfrucht und Begleitpflanze zur Unterdrückung von Beipflanzen
  • V2: Mehrfache mechanische Beipflanzenregulierung durch einen Striegel