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Andrea Krähmer - Wissenschaftlerin und Institutsleiterin am Institut für Ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz

Was mich antreibt – Rahmen und Strategien mitgestalten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Als promovierte Chemikerin mit Schwerpunkt analytische Chemie hatte ich meinen späteren Weg in der Ressortforschung des Landwirtschaftsministeriums zunächst nicht im Blick. Nach dem Studium und meiner Promotion am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena waren Landwirtschaft, Praxisbezug und Politikberatung für mich noch weit entfernt.

Der Wechsel von der klassischen Synthesechemie hin zur Bioorganischen Chemie lenkte meinen Fokus zwar weiterhin auf Naturstoffe, nun aber stärker auf deren Zusammensetzung und Veränderungen in der Pflanze. Mit der Entwicklung einer ortsaufgelösten, spektroskopischen Analyse von Blattoberflächen standen Pflanzen zunehmend im Mittelpunkt – zunächst vor allem als Objekt methodischer und technischer Innovation. Die damals noch wenig verbreitete Imaging-Spektroskopie führte mich schließlich 2009 an das Julius Kühn-Institut (JKI) nach Quedlinburg, zunächst für eine auf zwei Jahre befristete Wissenschaftlerstelle.

Aus diesen zwei Jahren wurden 13: Durch erfolgreiche Bewerbung auf eine unbefristete AG-Leiterstelle im Institut konnte ich eine eigene Arbeitsgruppe für nicht-invasive und schnelle Methoden in der Pflanzenanalytik aufbauen. 2011 folgten damit der Wechsel im Institut ÖPV nach Berlin. Als erste wissenschaftliche Nachbesetzung im Bereich Pflanzenanalytik konnte ich die inhaltliche Ausrichtung und den personellen Aufbau dieses Institutsteils entscheidend mitgestalten. Mit wachsender Verantwortung – zeitweise für ein Team von über zehn Personen – rückten Organisation, Strategie und Vernetzung stärker in den Vordergrund. Mir wurde früh klar, wie erfüllend es für mich ist, Forschungsergebnisse über Fachgrenzen hinweg zu vermitteln, Schwerpunkte strategisch zu setzen und so aktiv zu Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit beizutragen.

2019 waren es vor allem die ermutigenden Worte vieler Kolleginnen und Kollegen, die mich veranlassten, mich auf die neu zu besetzende Institutsleitung von ÖPV zu bewerben. Im Februar 2020 übernahm ich diese Aufgabe – mitten zu Beginn der Covid-19-Pandemie. Ein starkes Team und großes gegenseitiges Vertrauen erleichterten den Einstieg via Learning by Doing

Der Rollenwechsel von der Kollegin zur Vorgesetzten hat – entgegen anfänglicher Befürchtungen – das vertrauensvolle und kollegiale Miteinander sogar gestärkt. Erst diese Unterstützung ermöglichte es mir, mich in kurzer Zeit auch in die zuvor fachfremden Bereiche Gewässer-, Boden- und Vorratsschutz einzuarbeiten und sie kompetent zu vertreten. Als Institutsleitung verstehe ich mich auch als Dienstleisterin für mein Institut, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Durchführung unserer Forschungsarbeiten für die Kolleg*innen zu schaffen.

Seitdem ist der Alltag geprägt von fachlichen wie organisatorischen Herausforderungen – von Energiekrisen bis zu verwüsteten Versuchsfeldern. Mit der Übernahme der Leitung des Fachbereichs „Agrarökosysteme“ bin ich noch enger in die strategische Ausrichtung des JKI eingebunden. Das vertrauensvolle Miteinander, die Gestaltungsfreiheit und das Engagement der Mitarbeitenden in Labor, Feld und Administration machen es mir bis heute leicht zu sagen: Teil des Team JKI zu sein, habe ich keinen Tag bereut.