Inhalt: Zukunfts-Dialog Oekolandbau
Der „Zukunftsdialog Ökolandbau – Transfer angewandter Forschung" bringt Expert*innen aus Wissenschaft, Beratung und Praxis ins Gespräch. Die Tagung wird seit 2016 gemeinsam mit dem Julius Kühn-Institut (JKI) und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) ausgerichtet. Sie richtet sich an Landwirt*innen der Region, Berater*innen des Ökolandbaus, (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen und Studierende der Hochschulen, aber auch an Politiker*innen, Journalist*innen, Vertreter*innen von Behörden des Bundes und der Länder sowie Verbandsvertreter*innen.
Zu wechselnden Themen aus dem Ökologischen Landbau sollen neue Lösungswege diskutiert und aufgezeigt werden. Dabei sollen verstärkt Impulse aus der Praxis des Ökolandbaus aufgenommen werden.
An dieser Stelle finden Sie die Informationen wie z. B. Programme, Berichte und Vorträge der vergangenen Tagungen zum Download.
2025: Feldtag & Zukunftsdialog "Hirse – vom Vogelfutter zum Superfood"
Landwirte, Verarbeiter und Wissenschaftler diskutierten Themen vom Anbau, über Qualitätsanforderungen bis zur Vermarktung von Hirseprodukten
Bei großer Hitze trafen sich am 15. August 2025 Landwirte, Verarbeiter und Wissenschaftler auf der Lehr- und Forschungsstation Wilmersdorf (Angermünde, Brandenburg), um den Anbau von Hirse in Brandenburg zu diskutieren. 44 verschiedene Hirsesorten mit 50 cm bis zu 2,5 Meter Wuchshöhe und grün-gelblichen bis braun-rötlichen Kolben und Rispen waren auf dem Versuchsfeld zu bestaunen. Die Hirse als klimaresiliente Anbaumöglichkeit gewinnt in Brandenburg zunehmend als Futterpflanze aber auch für die Humanernährung an Bedeutung. Sie ist trockentoleranter als herkömmliche Getreidearten und benötigt deshalb weniger Wasser. Tiefgreifende Wurzeln verbessern die Bodenstruktur und nur wenige Krankheiten und Schädlinge beeinträchtigen das Wachstum. Hirse ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt und findet so auch in vielen bekannten Erzählungen oder Märchen wie dem „Süßen Brei“ oder das „Schlaraffenland“ Erwähnung. Hirse ist glutenfrei und bekannt für ihren hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen.
Aktuell ist der Hirseverbrauch in Deutschland mit 300-500g pro Person im Jahr noch sehr gering. Doch sind Produkte wie Hirseflocken, Hirsemilch oder Hirsenudeln bereits in einzelnen Bio-Fachmärkten zu finden. Die Spreewälder BioMühle als regionaler Verarbeiter hat sich 2024 gegründet und arbeitet in einem regionalen Wertschöpfungsnetzwerk mit fünf landwirtschaftlichen Betrieben und zwei Großhändlern zusammen. Ziel ist, die Hirse als Essen der Zukunft in Brandenburg bekannt zu machen und entsprechende Produkte mit einer Wertschöpfungskette aufzubauen.
Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung des Vereins zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen (VERN), des Institutes für Lebensmittel- und Umweltforschung (ILU), der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und des Julius Kühn-Institut (JKI) Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen wurden die verschiedenen Themen Sortenauswahl, Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz und Verarbeitung durch Fachvorträge diskutiert und verschiedene Hirseprodukte, wie Hirsebrei, Hirsenudeln, Hirsekekse oder –Salzstangen, vorgestellt und verköstigt.
2023: Bio-Kartoffelanbau im Fokus beim 7. JKI / HNEE-Zukunftsdialog
2023: Vorträge
2023: Tagungsbericht
Am 9. Juni fand auf dem JKI-Versuchsfeld in Dahnsdorf der 7. JKI/HNEE Zukunftsdialog statt. Im Mittelpunkt standen diesmal innovative Pflanzenschutzstrategien und Pflegemaßnahmen rund um den Bio-Kartoffelanbau. Vom JKI-Pflanzenschutzexperten und HNEE- Honorarprofessor Dr. Stefan Kühne wurde u. a. der neue „Beetle-Collector" zum Absammeln von Kartoffelkäfern vorgestellt (siehe beigfügtes Bild). Ferner erörterte Bioland-Kartoffelexperte Christian Landzettel beim Begehen der Kartoffelbestände verschiedene Pflegemaßnahmen und Unkrautregulierungsstrategien. Die Weiterentwicklung des Bio-Kartoffelanbaus in Brandenburg ist auch ein Schwerpunktthema im HNEE- Projekt AnpaG das beim Zukunftsdialog von HNEE-Mitarbeiterin Saskia Casper vorgestellt wurde. Anders als in der einzelbetrieblichen Beratung profitieren die bei AnpaG mitwirkenden Kartoffelerzeuger*innen vom kollegialen Austausch miteinander. Der bisher noch geringe Anbauumfang von Bio-Kartoffeln in Brandenburg soll hierdurch gestärkt und erweitert werden.
2022: Biodiversitätsmaßnahmen auf dem Betrieb erfolgreich umsetzen
2022: Vorträge
2021: Kleegräser, Luzerne und Gemengepartner – Sorten, Anbau und Nutzen unter dem Aspekt von Klimawandel und Biodiversität
2020: Zwischenfrüchte - Anbau, Pflege, Nutzen - unter dem Aspekt von Klimawandel und Biodiversität
Tagungsbericht:
Der eigentlich zweitägige „Zukunftsdialog Ökolandbau" fand diesmal coronabedingt nur als Praxisveranstaltung am 08.10.2020 auf der Lehr- und Forschungsstation Gut Wilmersdorf (Angermünde/Brandenburg) der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde statt.
Die besonders in der Region Berlin-Brandenburg etablierte Veranstaltung hat mehr als 50 Teilnehmende aus Wissenschaft, Beratung und Praxis auf dem Versuchsfeld ins Gespräch gebracht. Am 20. August wurden dort 19 unterschiedliche Mischungen und Reinsaaten von unterschiedlichen Zwischenfrüchten ausgesät, die nun vergleichend vom Aufwuchs her beurteilt werden konnten. Das Saatgut wurde von der SAATEN-UNION (www.saaten-union.de) und der Deutschen Saatenveredelung AG (DSV) (https://www.dsv-saaten.de) und der KWS (www.kws.com/de/de/) kostenlos bereitgestellt.
Christoph Felgentreu, Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft gesunder Boden e.V. (www.ig-gesunder-boden.de) hat die vielfältigen Vorteile der kontinuierlichen Bodenbedeckung durch Zwischenfrüchte im Rahmen der Fruchtfolge eindrucksvoll demonstriert. Dazu gehörte die Beschreibung der besonderen Eigenschaften der verschiedenen Pflanzenarten in den Saatmischungen, die z. B. für eine gute Mykorrhiza- Bildung (Öllein) und tiefgreifender Wurzelbildung oder Nematodenunterdrückung (Ringelblumen) sorgen. Weiterhin wurde ein Starkregen auf die Sickerfähigkeit des Bodens simuliert. Innerhalb von 2 Minuten und 16 Sekunden wurden 100 l Wasser pro Quadratmeter durch den Boden aufgenommen. Weiterhin wurden Spatenproben durchgeführt, die anschaulich die sehr gute Krümelstruktur infolge der Regenwurmaktivität und Durchwurzelung gezeigt haben.
Am Ende der Veranstaltung erfolgte eine Maschinenvorführung der HRD-GmbH (www.hrd-agrar.de/) mit einem Minimalbodenbearbeitungsgerät zur Optimierung der Nährstoffverfügbarkeit und Wasserversorgung durch Dammkultur. Mit einem Tiefenmeißel werden dabei Unterbodenverdichtungen aufgebrochen, Dämme geformt und rückverdichtet sowie Saatgut eingebracht.
Prof. Dr. Stefan Kühne (JKI), Prof. Dr. Roland Hoffmann-Bahnsen (HNEE), Dr. Ralf Bloch (HNEE), Sabrina Scholz (HNEE).
2019: Öko-Rapsanbau – Erträge sichern und Anbau ausweiten
2019: Webinar:
Rapsanbau im Ökolandbau – eine Herausforderung für den Pflanzenschutz. (Video)
Vortragender: Stefan Kühne, Julius Kühn-Institut
2019: Vorträge
- Herwart Böhm, Thünen Institut Trenthorst: Öko-Rapsanbau – Fruchtfolge, Gemengeanbau und Nährstoffversorgung 28.06.2023
- Beatrix Klüh, Teutoburger Ölmühle GmbH Ibbenbühren: Öko-Rapsanbau – Erfahrungen aus der Praxis 28.06.2023
- Maria Kucka, Ölmühle Moog GmbH Lommatzsch: Rapsöl – Qualität und Vermarktung 28.06.2023
- Stefan Kühne (Julius Kühn-Institut Kleinmachnow), Frederick Jauß (BIOFA AG Münsingen): Öko-Rapsanbau – Herausforderung für den Pflanzenschutz 28.06.2023
Sponsoren
2018: Pflanzenschutz im Öko-Gemüsebau – Pflanzenschutzmittel und Nützlingseinsatz
2018: Vorträge
- Peter Baumjohann (W. Neudorff GmbH KG, Hameln): Präparateanwendungen im ökologischen Gemüseanbau. 28.06.2023
- Holger Buck (Arbeitsgemeinschaft Ökoring, Visselhövede): Erfahrungen mit dem „Hygienejahr" gegen Nematoden vor dem Anbau wertvoller Sägemüsekulturen auf leichten Böden in Norddeutschland. 28.06.2023
- Volker Diephaus (Spiess-Urania Chemicals GmbH): Pilzliche Schaderreger im Gemüseanbau und deren Regulierung mit Kupferpräparaten. 28.06.2023
- Oliver Hillert, Michael Hornburg (Katz Biotech AG, Baruth): Optimaler Nützlingseinsatz und in Kombination mit Pflanzenschutzmitteln. 28.06.2023
- Jasmin Sauer (JKI, Braunschweig): Der Möhrenblattfloh (Trioza apicalis) – ein Schädling mit vielen Gesichtern. 28.06.2023
2017: Was nutzt mir Biodiversität? Praxistaugliche Konzepte für den Ökolandbau
2017: Vorträge
- Jörg Hoffmann (JKI Kleinmachnow): 25 Jahre ökologischer Ackerbau – Entwicklung der Brutvogeldichte im Betriebsvergleich 28.06.2023
- Frank Gottwald & Karin Stein-Bachinger (Angewandte Ökologie und Naturschutz, Friedrichswalde und ZALF Müncheberg): Was leistet der Ökologische Landbau für die Artenvielfalt? Bewertung und Perspektiven am Beispiel des BR Schorfheide-Chorin 28.06.2023
- Eva Meierhoff (Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen): Biodiversitätsmaßnahmen für die Praxis aus Sicht der Beratung – Tools und Erfahrungen 28.06.2023
- Jovanka Saltzmann (JKI Kleinmachnow): Biodiversität – gut für Mensch und Natur – auch ein geldwerter Vorteil? 28.06.2023
- Karin Stein-Bachinger (ZALF Müncheberg) & Frank Gottwald (Angewandte Ökologie und Naturschutz, Friedrichswalde): Anspruchsvoller Naturschutz kostet Geld! Neue Wege der Finanzierung gemeinsam mit Verbrauchern im Projekt ‚Landwirtschaft für Artenvielfa 28.06.2023