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Hanf - Cannabis sativa L.
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Jorita Krieger (Projektleitung)
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Dr. Laura Lewerenz
Laura.Lewerenz@  julius-kuehn.  de


Anne-Marie Stache
Anne-Marie.Stache@  julius-kuehn.  de

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Hanf (Cannabis sativa L.)


Die Verwendung von Faserhanf hat in Deutschland und Europa eine lange Tradition. Mit der Industrialisierung und Mechanisierung der Baumwollproduktion und dem Aufkommen chemischer Kunstfasern ging der Anbau von Hanf stark zurück. Von 1982 bis 1996 war der Hanfanbau in Deutschland verboten. Dies führte dazu, dass auch keine Verarbeitung durchgeführt wurde und das entsprechende Wissen und die Technologien in Vergessenheit geraten sind und in Deutschland auch keine Züchtungsforschung an Hanf stattgefunden hat. In anderen Ländern Europas gab es in der Vergangenheit keine Anbauverbote, sodass es nie zu einer Unterbrechung der Produktion und Verarbeitung kam. Die größten Produzenten von Naturfasern (Hanf und Flachs) in Europa sind Frankreich und Belgien (Statistics | Eurostat 2024). In den letzten Jahren nahm die Anbaufläche von Faserhanf in Deutschland stetig zu. Im Jahr 2022 wurde auf ca. 7000 ha Faserhanf angebaut, was einer Verdoppelung der Anbaufläche seit 2018 entspricht (BLE 26.09.2022). Im Jahr 2023 gab es jedoch eine Reduktion der Anbaufläche um 16 % auf 5834 ha (643 Betriebe). Diese starken Schwankungen haben vielfältige Gründe, wie eine sehr variable Saatgutverfügbarkeit durch die Abhängigkeit von internationalen Importen. 

Die Europäische Kommission stellt fest, ...

… dass der Anbau von Faserhanf aus vielfältigen Gründen gefördert werden sollte und zu den Zielen des Green Deals beiträgt (European Commission 2024). Die Integration von Faserhanf in die Fruchtfolge erhöht nicht nur die Agrarbiodiversität, sondern ist außerdem ein wertvoller Baustein des integrierten Pflanzenschutzes wie auch des Ökolandbaus. Krankheitszyklen können durch fehlende Vermehrungsfaktoren unterbrochen werden. Nützlinge werden gefördert, da Hanf spät blüht und Trachtenlücken füllen kann. Weiterhin hat Hanf eine hohe Konkurrenzkraft gegenüber Unkräutern. Aufgrund dieser positiven Aspekte kann auf eine Anwendung von Pflanzenschutzmitteln weitestgehend verzichtet werden. Hanf kann auch als Zwischenfrucht über den Winter angebaut werden und trägt somit zur Vermeidung von Erosion und Nährstoffauswaschung bei. Durch den Verkauf des Hanfstrohs kann der Anbau von Hanf als Zwischenfrucht nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch positiv sein. Ein weiterer hervorzuhebender Aspekt ist der geringe Bedarf an Stickstoff (Struik et al. 2000) und Wasser, was insbesondere unter Berücksichtigung des Klimawandels und der damit verbundenen stark schwankenden Jahresniederschläge wichtig ist. Zu den wichtigen Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels gehört die Kohlenstoffspeicherung. Faserhanf ist in der Lage während einer Vegetationsphase zwischen 9 und 15 Tonnen CO2 je Hektar zu binden. Hanf bildet nicht nur eine enorme oberirdische Biomasse aus, sondern wurzelt auch sehr tief, sodass Bodenerosion verhindert wird. Weiterhin ist Hanf in der Lage auf schwermetallbelasteten Böden zu wachsen und diese Schwermetalle auch zu binden (European Commission 2024).

Neben diesen umweltschützenden Aspekten ...

… gibt es auch ökonomische Gründe den Faserhanfanbau in Deutschland auszubauen. Die Nachfrage nach Naturfasern wächst stark, da der nachhaltige Umgang mit Ressourcen und damit auch die Nutzung nachwachsender Rohstoffe zunehmend in den Fokus verschiedener Branchen rückt. Faserhanf kann auf vielfältige Weise genutzt werden. Die Fasern können zu Textilien, groben Geweben, technischen Fasern und Faserverbundstoffen, Dämmstoffen und Papier verarbeitet werden. Die Schäben (holziger Innenteil des Stängels) können ebenfalls als Dämmmaterial, in Baustoffen, als Tiereinstreu oder als Brennstoff verwendet werden.

Die Hanfproduktion wird nur ansteigen, wenn sie wirtschaftlich und ökologisch vorteilhaft ist. Dies gilt sowohl für die landwirtschaftlichen Betriebe, die den Hanf anbauen, als auch für die Industrie, die die Fasern verarbeitet und vermarktet. Die Etablierung einer nachhaltigen Faserhanfproduktion und -verarbeitung ist Voraussetzung, um neue Arbeitsplätze entlang der Produktionskette zu schaffen. Die Initiierung und Ausweitung des Faserhanfanbaus haben daher positive ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen.