Inhalt: Hanfforschung hat Tradition
Das JKI-Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde (JKI-PB) ist in Braunschweig-Völkenrode ansässig und verfügt über ein eigenes Feldversuchswesen. Es bearbeitet grundlegende und angewandte Fragen der landwirtschaftlichen Primärproduktion und des Schutzes ihrer natürlichen Ressourcen. Dabei richtet sich die Aufgabenstellung auf die nachhaltige Erzeugung hochwertiger Nahrungs- und Futtermittel, Nachwachsende Rohstoffe und die Anpassung der landwirtschaftlichen Produktion an den Klimawandel.
Mit der Diskussion um die Wiederzulassung des Nutzhanfanbaus in Deutschland Anfang der 90er Jahre beschäftigte sich das Institut bei dieser Pflanzenart insbesondere mit Untersuchungen zur organspezifischen Entwicklung der delta-9-THC- und CBD-Konzentration in Hanfsorten, um zu klären, wann mit maximalen THC-Konzentrationen zu rechnen ist und ob zu erwarten ist, dass die in der Europäischen Union zugelassenen Hanfsorten den festgelegten Grenzwert von 0,3 % einhalten können. Darüber hinaus wurden Fragen zur Stickstoffdüngung, Bestandesdichte, Sorteneignung und Faserqualität behandelt. Seit der Wiederzulassung des Nutzhanfanbaus ab 1996 unter Auflagen für die Landwirte werden vom Institut obligatorische Kontrolluntersuchungen auf den THC-Gehalt entsprechend der anzuwendenden Analytik durchgeführt. Darüber hinaus wurde im Bereich der UAV-gestützten Phänotypisierung intensiv zum Einsatz optischer Sensorik zur Erfassung züchtungsrelevanter Merkmale, wie Blühbeginn und Bestandeshöhe von Winterraps, gearbeitet.
Dem aktuellen Interesse an dieser neuen, alten Kulturpflanze hat das JKI die Forschung an Hanf innerhalb zwei Drittmittel-finanzierter Projekte wieder aufgenommen.