Inhalt: Definition
Cannabis sativa L. ist eine einjährige Kulturpflanze, die wie Hopfen (Humulus lupulus L.), zu der Familie der Cannabaceae gehört (Flajšman und Ačko 2022). Die Pflanzen können, abhängig von der Sorte und dem Verwendungszweck bis zu 3,5 Meter hoch werden und bilden eine Pfahlwurzel aus. Sie zeichnen sich durch ihre kantigen Stängel und ihre langstieligen, gezackten Blätter aus, die aus fünf bis neun Fingern bestehen. Die Früchte sind grauweiße, eiförmige Nüsschen.
Der lateinische Begriff Cannabis sativa L. umschreibt eine Vielzahl von verschiedenen Subspezies und botanischen Varianten mit vielfältigen Verwendungszwecken. Grundsätzlich kann Cannabis in „Industrie- /Nutz- bzw. Faserhanf“ oder „Medizinal- oder Konsumcannabis“ eingeteilt werden. Nutzhanf wird zur hauptsächlichen Nutzung der produzierten Biomasse wie Fasern, Stroh oder Samen angebaut. Als Cannabis werden Pflanzen bezeichnet bei denen hauptsächlich die Blüte genutzt wird. In den Blüten werden Cannabinoide (THC, CBD u.a.) produziert, welche eine psychoaktive Wirkung haben. (Clarke und Merlin 2016). Bis heute ist die klare botanisch-taxonomische Trennung zwischen Hanf (Cannabis sativa ssp. sativa) und Cannabis (Cannabis sativa ssp. indica) umstritten, auch wenn bereits bewiesen ist, dass sie sich keinen Genpool teilen (Small 2015).
Es ist daher üblich den Genus Cannabis über seinen Cannabinoid-Chemotyp, ...
Es ist daher üblich den Genus Cannabis über seinen Cannabinoid-Chemotyp, dem Verhältnis an ∆9-Tetrahydocannabinol (THC) zu Cannabidiol (CBD), in verschiedene Klassen einzuteilen (Watson und Clarke 1997). Bei einem Verhältnis von THC > CBD wird typischerweise von psychoaktivem Cannabis gesprochen, während Varianten mit einem Verhältnis von THC < CBD als nicht-psychoaktiver Hanf gelten (Strzelczyk et al. 2022). Der deutsche Grenzwert für THC in Nutzhanf wurde in 2023 von 0,2% auf 0,3% erhöht, um dem europäischen Recht zu entsprechen (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 15.02.2023).
Hanf und Hopfen gehören zu den wenigen Pflanzengattungen, welche diözisch (zweihäusig) sind. Diözie bezeichnet Pflanzen deren männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen auftreten, d. h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen mit den entsprechenden Blütenständen. Der Pollen wird über den Wind verbreitet (Flajšman und Ačko 2022). Im Anbau ist diözischer Hanf mit einem hohen Anteil männlicher Pflanzen unerwünscht, da die männlichen Pflanzen ein höheres Wachstum und dünnere Stängeldurchmesser zum Zeitpunkt der Blüte aufweisen und 3 bis 5 Wochen früher in Seneszenz treten als die weiblichen Hanfpflanzen. Dies führt zu heterogenen Pflanzenbeständen, was einen negativen Effekt auf den Ertrag und die Qualität der Fasern hat. Durch eine gezielte Züchtung, konnten monözische Sorten entwickelt werden. Durch den Anbau von monözischen Sorten können homogenere Bestände erreicht werden, was zu einer Steigerung des Ertrages und der Qualität führt. Neben dem Biomasse- und Faserertrag ist eine stabile monözische Ausprägung ein wichtiges Zuchtziel (Faux und Bertin 2014; Clarke und Merlin 2016).