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Hanf - Cannabis sativa L.
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Inhalt: Historie

Cannabis ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Archäologische Befunde legen nahe, dass die Pflanze ihren Ursprung in Zentralasien hat (Clarke und Merlin 2016). Aufgrund seiner vielen Einsatzmöglichkeiten verbreitete sich Hanf seit der Antike über den asiatischen und europäischen Kontinent in der gesamten Welt.

Im 13. Jahrhundert erreichte Hanf über die Papierherstellung Europa. Aber auch als Heil- und Textilpflanze fand Hanf Verwendung. Über die Herstellung von Schiffsausrüstung (z.B. Seile, Segel) für die Schifffahrt der Kolonialisierung wurde Hanf über Spanien und Portugal in Südamerika und über Frankreich und das britische Empire in Nordamerika eingeführt. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert verringerte die Nachfrage nach Hanffasern durch billigere Baumwoll-Importe und des raschen Aufstiegs der synthetischen Faser (Amaducci et al. 2015). Gesetzliche Verbote von Cannabis als Droge führten letztendlich zu einem fast kompletten Niedergang des Hanfanbaus sowie der verarbeitenden Industrie in einer Vielzahl von westlichen Ländern ab den 1950ern Jahren(Karus 2020). In Deutschland führte das Anbauverbot von 1982 bis 1996 zu einem vollständigen Abbau der deutschen Hanfverarbeitungsindustrie. Zu dieser Zeit blieb einzig in Frankreich sowie in einigen osteuropäischen Staaten eine funktionierende Hanfwirtschaft erhalten. 

In 1990ern erlebte Hanf ...

In den 1990ern erlebte Hanf durch das aufkeimende Interesse an alternativen, nachhaltigen Ressourcen eine europaweite Renaissance (Karus 2020). Leider kam es ab 2010 zu einem erneuten Rückgang des Interesses an Hanf, welches u.a. auf eine Zurückhaltung bei Investitionen in den sich entwickelnden Hanfmarkt, den noch hohen Flachsfaserpreisen und einem Rückgang der verfügbaren EU-Subventionen zurückzuführen ist. In den letzten fünf Jahren sorgten die aktuellen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Umstände in Deutschland und Europa für einen Aufschwung des Hanfes. Das Interesse der Kosmetik-, Pharma- und Lebensmittelindustrie an neuen marktfähigen, biobasierten Produkten und eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Textil- und Bauindustrie fördern die Nachfrage nach alternativen Ressourcen. Darüber hinaus können über den Hanfanbau viele Ziele des europäischen Green Deal erreicht werden, um Klimaneutralität in der EU zu erreichen. Rohstoffe aus regionalen, nachwachsenden Faserpflanzen weisen viele Vorteile gegenüber importierter Baumwolle bzw. Kunstfasern aus fossilen Rohstoffen auf. Sie gelten als umweltfreundlich, nachhaltig, biologisch abbaubar und gewährleisten einen Ausbau der wirtschaftlichen Versorgungssicherheit. Über 30 Länder weltweit bauen derzeit Hanf an, wobei China, Nordkorea, Chile, Russland, Kanada und Europa (Frankreich) hierbei führend sind (Scheibe et al. 2023). 

Im April 2024 verabschiedete Deutschland das „Konsumcannabisgesetz (KCanG)“. Hierbei verlagerte sich die Zuständigkeit für Konsumcannabis und Industriehanf vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Dieses Gesetz regelt nicht nur die Handhabung des persönlichen Cannabiskonsums, sondern erlaubt auch erstmalig eine definiertere gesetzliche Trennung von Cannabis und Nutzhanf. Derzeit ist der Hanfanbau nur landwirtschaftlichen Betrieben und Forschungseinrichtungen unter Auflagen erlaubt. Der Anbau von EU-zugelassenen Sorten bedarf einer Anmeldung und es kann zu stichprobenartigen THC-Kontrollen im Feld kommen (BLE 2025).