Inhalt: Nutzung
Hanffasern werden verwendet in der Herstellung von Bekleidung oder technischer Textilien (Seile, Garne, Vliese etc.), der Papierherstellung oder als Komponenten in Verbundwerkstoffen in der Automobil-, Luftfahrt- oder Bauindustrie (Mielke und Scöber-Butin 2002; Wellbrock et al. 2020; Dietz et al. 2025). Frische Hanfbiomasse oder -samen können als Tierfutter verwendet werden (Schwerdtfeger et al. 2025; Crini und Lichtfouse 2020; Crini et al. 2020). Hanfsamen bzw. Hanfnüsse enthalten bis zu 30% Öl und sind reich an den essentiellen Fettsäuren Linolsäure (Omega-6) und α-Linolensäure (Omega-3) im optimalen Verhältnis 2:1 bis 3:1. Somit sind sie gefragt als Nahrungsmittel, in der Kosmetikindustrie aber auch für technische Anwendungen (Crini et al. 2020). Hanf ist als Hyperakkumulator in der Lage Schwermetallen in seine Wurzeln zu akkumulieren und so zur Dekontaminierung und Bodensanierung beizutragen (Blandinières und Amaducci 2022). Hanfschäben (holziger Stängelanteil) werden in „Hanfbeton“ oder „Hanfkalk“, als Einstreu oder ebenfalls zur Herstellung von Dämmstoffen, Pressholz-Alternativen und Pappe verwendet (Kołodziej und Kicińska-Jakubowska 2025).
Für Cannabis als Rauschmittel werden hauptsächlich die hoch ∆9-THC-haltigen Blütenstände („Marihuana”) oder das dort produzierte Harz („Haschisch”) gebraucht. Die enthaltenen Cannabinoide bewirken den psychoaktiven Rausch als Freizeitdroge, aber auch als Arzneimittel bei der Behandlung von Krankheitssymptomen (z.B. bei Krebs) (Small 2015). CBD, Cannabigerol (CBG) oder andere geringkonzentrierte Cannabinoide besitzen ebenfalls pharmazeutische Eigenschaften (Haczkiewicz et al. 2025). Deren ätherische Öle sind wiederum für pharmazeutische oder kosmetische Anwendungen interessant (Crini et al. 2020).